Spielen sollte zum Hundealltag gehören

17. Juni 2019 von Paolo Zambianchi

Wer viel mit seinem Vierbeiner spielt, trägt positiv zur Beziehung Hund - Mensch bei. Hilfreich dabei sind Spielkisten. Hier erfahren Sie, wie Sie selber eine solche Kiste basteln können.

Als Hundetrainerin und Ausbildnerin für Erwachsene weiss ANiFiT-Fachberaterin Brigitte Knubel, wie wichtig miteinander spielen für Tier und Halter ist und wie sich das positiv auswirken kann.

Gut dafür sind Spielkisten. In den Kisten sind jeweils mehrere Leckerlis versteckt, welche die Vierbeiner suchen dürfen.

«So können Hunde lernen, sich zu konzentrieren und sind sinnvoll beschäftigt», sagt Knubel. Ausserdem können Hunde so ihren Entdeckungstrieb ausleben.

Da sie keine zwei linke Hände hat und als langjährige Referentin in der Gestaltung gerne kreativ arbeitet, entschloss sie sich eines Tages kurzerhand selber eine Spielkiste für ihre Schäferhündin Dhana zu basteln. Mit Erfolg. Dhana genoss es, Zapfen zu entfernen, um ein Goodeli zu erhaschen, um die Kiste zu laufen und mit der Spürnase Leckerli ausfindig zu machen. Manchmal steht sie sogar erwartend vor dem Schrank, wo die Spielkiste verstaut wird und macht Frauchen Zeichen, dass sie spielen wolle.

Da Dhana so begeistert von ihrer Spielkiste ist, entschied sich Brigitte Knubel ihr Wissen in Workshops in ihrer Hundeschule weiter zu geben. «Spielen soll unbedingt Teil des Alltags eines Hundes sein. Auch für Hunde ist es wichtig, dass sie regelmässig geistige Herausforderungen haben.»

Dafür sind die Spielkisten geeignet: man kann die Leckerli so verstecken, dass daraus für den Hund eine richtige Suchaktion wird, das Versteck noch mit einem Lumpen oder einem Zapfen zustopfen, den der Hund herausholen muss, usw. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt.

Die Vierbeiner geniessen das Spielen mit ihren Zweibeinern. Hunde sind Rudeltiere und machen gerne etwas gemeinsam. Brigitte Knubel beobachtet, dass überdrehte Hunde durch regelmässiges Spielen ruhiger werden. «Weiters fördert das Spielen mit den Kisten die Vertrauensbildung zwischen Hund und Halter», so Knubel.

«Gerade wenn man einen Strassenhund aufnimmt, ist das gemeinsame Spielen eine tolle Möglichkeit, um das Vertrauen aufzubauen. Zudem sind sich Strassenhunde gewohnt, dass sie ihr Futter suchen müssen. Da die selbstgemachten Kisten leicht sind, muss das Frauchen oder das Herrchen diese festhalten und so kann eine Brücke zum neuen Hund gebaut werden.» Für Männer, die einen Strassenhund aufgenommen haben, ist diese Methode der Vertrauensbildung empfehlenswert. «Zu Männer», hat Knubel beobachtet, «haben Strassenhunde oft ein schwieriges Verhältnis, da diese Hunde oft von Männer schlecht behandelt wurden». Auch bei Kindern, die Respekt vor Hunden haben, kann der Einsatz von Spielkisten helfen, Ängste ab- und Vertrauen aufzubauen

Wie man’s macht

Die Spielkisten kann man in einem Workshop bei Brigitte Knubel oder zu Hause herstellen. Man braucht dazu eine Kartonschachtel – ANiFiT-Schachteln eigenen sich bestens, da sie sehr robust sind – ein Japanmesser, Leim und eine Aale. Und um Leckerlis zu verstecken eignen sich leere WC-Papierrollen, leere Jogurtbecher, alte Trichter, Schaumgummirohre, Lumpen, alte T-Shirts, Korken, usw.

Man kann also allerlei aus dem Haushalt recyceln. Wichtig ist, dass keine Gegenstände mit scharfen Kanten verarbeitet werden. Wenn man alles beisammen hat, macht man am besten auf der Schachtel oder einem Blatt Papier eine Skizze, die aufzeigt, was man wo ausschneiden und reinstopfen möchte.

 

 

Zuerst schneidet man bei der Schachtel den Deckel und einen Teil der vorderen Hälfte weg. Das wird dann der Einstiegspunkt für den Kopf des Hundes. Jetzt kann man Löcher für die Jogurtbecher ausschneiden. Immer darauf achten, dass die Löcher nicht zu gross werden, damit die Becher auch gut halten. Und genügend Abstand zwischen den einzelnen Spielelementen halten, damit die Schachtel stabil bleibt.

Wenn man fertig gebastelt hat, kann man anfangen die Leckerli in der Kiste zu verstecken. Zum Beispiel Pico Tabs, diese kann man übrigens auch gut in die Schachtelwand stecken, wenn man kleine Schlitze reinschnitzt. Oder Dog Snack, Dog Dry Vision oder zerkleinerte Pansen – halt je nach Grösse und Vorlieben des Hundes.

Wichtig: die versteckte Nahrung muss man von der täglichen Futtermenge abziehen, sonst droht eine ungewollte Gewichtszunahme. 

Frau Knubel hat noch einen weiteren Tipp für ein Spielzeug: Einfach ein Leckerli in eine noch ungebrauchte Wäschekugel stecken und einen Lumpen reinstecken. Jetzt kann der Hund den Lumpen rausklauben und bekommt als Belohnung das in der Kugel versteckte Goodeli.

Brigitte Knubel (54) ist ANiFiT-Beraterin, Hundetrainerin und Ausbildnerin für Erwachsene.

<  Zur Übersicht

Letzte Beiträge

Pflanzenheilkunde

29.07.2019 von Paolo Zambianchi

Zum Artikel

Achtung, Grannen

19.07.2019 von Paolo Zambianchi

Zum Artikel

Bestellen Sie jetzt ein Testessen!

Bestellen