Wasserrettung mit Hunden

17. Juni 2019 von Paolo Zambianchi

In den USA blicken Wasserrettungshunde auf eine lange Geschichte zurück, bereits Ende des 19. Jahrhunderts haben Neufundländer vor der amerikanischen Küste, Netze ins Wasser geschleppt und Boote durch die Brandung gezogen.

1895 soll einer von ihnen ein Kind aus den Fluten gerettet haben – 1973 fand dann in Michigan die erste Wasserrettungsprüfung statt. Und in Frankreich und Italien werden ausgebildete Rettungshunde an bestimmten Stränden auch «offiziell» eingesetzt.

Ein Beispiel aus Italien

In den Hochsommermonaten ereignen sich die meisten Badeunfälle. In Italien setzen deshalb Rettungsschwimmer in dieser kritischen Zeit auf die Hilfe von starken Wasserrettungshunden. Die 70 Kilogramm schweren Neufundländer haben einen angeborenen Rettungsinstinkt. Sie springen aus Hubschraubern oder Booten und retten Ertrinkende aus den Fluten.

Wasserrettung in der Schweiz?

In der Schweiz werden die Hunde nicht in der Rettungskette eingesetzt. Die Wasserrettungs-Arbeit ist in der Schweiz bis dato eine hundesportliche Ausbildung, die über drei Stufen bis hin zum eigentlichen Rettungs-Brevet (WAH I - IV) verläuft. Ähnlich wie bei Lawinen- und Katastrophenhunden muss die Wasserrettungsarbeit als Teamwork von Hund und Hundeführer verstanden werden. Der Hund ist kein selbstständiges Rettungsinstrument, sondern er ist mit seinen Fähigkeiten, seinem Wasserinstinkt, seiner Ausdauer beim Schwimmen und seiner willigen Unterordnung eine Hilfe für den Menschen. Die Wasserrettungsarbeit ist in der Schweiz noch wenig bekannt. Deshalb gibt es, im Gegensatz zum umliegenden Ausland, bis jetzt auch noch keine praktischen Einsätze, und darin unterscheiden wir Wasserarbeit und Wasserrettung. Die ausgebildeten Hunde könnten durchaus für Patrouillen an Seen und Flüssen, bei Seeüberquerungen oder ähnlichen Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit ausgebildeten Lebensrettern (Seepolizei, Schweiz. Lebensrettungsgesellschaft) eingesetzt werden.

Welche Hunde eignen sich für die Wasserarbeit?

Prinzipiell kann mit jedem Hund im Wasser gearbeitet werden, sofern er auch Freude an diesem Element hat. Ab Prüfungsstufe 2 kommen aber dann eher die größeren Hunderassen/Mischlinge in Frage, geht es doch darum, Menschen und Boote an Land zu ziehen, und dies erfordert einiges an Kraft und Ausdauer. Man darf nie vergessen: Rettungshunde sind immer Hochleistungssportler.

Öffentlichkeitsarbeit und internationale Zusammenarbeit

Seit einigen Jahren ist der Klub SeeRettungsHund bemüht, die Wasserrettung in der Schweiz bekannter zu machen. Dazu organisieren sie Events, zum Beispiel mit Kindern, oder nehmen an Anlässen teil. So wurden sie eingeladen, an einem Jubiläumsanlass in einem Schwimmbad ihre Arbeit vorzustellen. Oder auch in eigens aufgestellten Schwimmbecken an Ausstellungen wie der Swissnautic 2013 in Bern oder der Animalia 2012 in Stuttgart.

 

Zum Klub

Der SeeRettungsHund ist ein Klub mit momentan 12 Mitgliedern. Da das Training sehr Zeit- und Materialaufwändig ist, trainiert es sich in kleineren Gruppen am effizientesten. Der SeeRettungsHund wurde 2010 durch Gerhard Käser und Béatrice Jordi Schenker gegründet. Gerhard hat 13 Jahre Erfahrung in Wasserarbeit und Béatrice bringt 8 Jahre Wasserarbeitserfahrung mit. Zusammen konnten sie schon viele Prüfungen erfolgreich absolvieren.

Wasserrettungsarbeit ist aber in erster Linie eine sinnvolle Beschäftigung für grosse und grössere Hunde, ob mit oder ohne Stammbaum, die das Wasser lieben. Das Schwimmen ist sehr gelenkschonend und die hundesportlichen Übungen lasten unsere Hund auch geistig vollständig aus. Natürlich muss auch der Hundehalter Freude am kühlen Nass mitbringen, denn, obwohl wir zum Schutz einen Neoprenanzug tragen, braucht es doch einige Überwindung, bei 6°C Luft- und Wassertemperatur für die anderen Hunde Figurant zu spielen.

Für weitere Informationen: www.seerettungshund.ch

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